Verhaltensmuster

Phobie: Wenn Angst ein Gesicht bekommt

Ein hypnosystemischer Blick auf gerichtete Phobien – und was wirklich dahintersteckt

Stell dir vor, du stehst am Bahnsteig. Die Türen öffnen sich. Menschen steigen ein, lachen, schauen auf ihre Handys – nichts Außergewöhnliches. Und doch bleibt für dich alles stehen. Dein Herz rast. Dein Körper weigert sich. Du kannst nicht einsteigen. Nicht heute. Nicht morgen. Vielleicht nie.

Du weißt, dass es „nur“ eine Bahn ist. Und doch fühlt es sich an wie Lebensgefahr.

So beginnen viele Geschichten mit gerichteten Phobien: scheinbar klar benannt, oft rational unerklärlich, und doch zutiefst real.

Was ist eigentlich eine gerichtete Phobie?

Gerichtete Phobien sind intensive Ängste vor ganz bestimmten Objekten oder Situationen: Flugzeuge, Hunde, enge Räume, Spinnen, Krankheiten, Menschenmengen. Ihre Besonderheit: Die Angst hat ein klares Ziel – aber selten eine klare Ursache.

Und genau hier beginnt das Paradox.

Wie entstehen Phobien – aus hypnosystemischer Sicht

Wenn wir den hypnosystemischen Ansatz nach Dr. Gunther Schmidt betrachten, verschiebt sich die Perspektive radikal: Angst ist kein „Defekt“, sondern ein hergestelltes inneres Erlebnis.

1. Erleben entsteht durch Aufmerksamkeit

Eine der zentralen Annahmen: „Erleben wird durch Aufmerksamkeitsfokussierung erzeugt.“ Das bedeutet: Worauf wir innerlich unsere Wahrnehmung bündeln, wird stark – körperlich, emotional, mental. Wenn eine Person beginnt, in bestimmten Situationen immer wieder auf mögliche Gefahr zu fokussieren, vernetzen sich diese Erfahrungen zu stabilen „Erlebnisnetzwerken“. Im Alltag läuft das oft unbewusst ab.

2. Problemtrance statt Störung

Gunther Schmidt beschreibt Symptome als Ergebnis einer Art „selbsthypnotischer Trance“.

Das heißt:

  • Die Aufmerksamkeit verengt sich

  • Die Wahrnehmung wird tunnelartig

  • Nur noch Bedrohung wird wahrgenommen

Diese sogenannte Problemtrance sorgt dafür, dass Menschen ihre eigene Angst ständig neu erzeugen – ohne es zu wollen. Und genau hier liegt eine große Würde dieser Sichtweise: Du bist nicht „gestört“. Dein System arbeitet – nur gerade nicht hilfreich.

3. Angst ist ein lernendes System

Phobien entstehen meist nicht plötzlich „aus dem Nichts“, sondern durch:

  • prägende Erfahrungen

  • beobachtetes Verhalten (z. B. von Bezugspersonen)

  • wiederholte innere Bewertungen („das ist gefährlich“)

  • körperliche Reaktionen, die fehlinterpretiert werden

Mit der Zeit entsteht ein stabiles Muster: Trigger → Angst → Vermeidung → kurzfristige Erleichterung → langfristige Verstärkung. So hält Vermeidung die Angst am Leben.

Warum das Objekt oft nichts mit der Ursache zu tun hat

Eine der wichtigsten – und gleichzeitig entlastendsten – Erkenntnisse: Das Objekt der Phobie ist häufig nur die Oberfläche.

Aus hypnosystemischer Sicht ist die konkrete Angst (z. B. Flugangst) oft lediglich ein „Andockpunkt“ für ein tiefer liegendes Thema wie zum Beispiel Kontrollverlust, Unsicherheit, ungelöste emotionale Erfahrungen, oder innere Konflikte.

Das System „wählt“ ein Objekt, an dem sich diese unsichtbare Spannung organisieren kann, sichtbar werden darf. Das erklärt, warum sich Ängste manchmal verändern:

  • Die Flugangst verschwindet – plötzlich entsteht Angst vor Krankheiten

  • Die soziale Angst wird besser – dafür treten körperliche Symptome auf

Wenn Angst wandert: Somatische Symptome und neue Kanäle

In vielen Fällen verändert sich das Symptom Angst noch tiefgreifender. Denn viele Betroffene erleben genau das: Die Angst geht – aber sie kommt anders zurück. Das ist kein Zufall. Man spricht davon, dass Ängste die Tendenz haben, sich auszubreiten. Angst ist ein energiegeladenes Muster im System. Wenn der ursprüngliche Ausdruck blockiert wird, sucht sich diese Energie oft neue Wege:

  • eine andere Phobie

  • diffuse, weniger greifbare Angstzustände

  • körperliche Symptome ohne klare organische Ursache

In der Forschung zeigt sich: Angst und somatoforme Beschwerden (das heißt körperlich Symptome ohne eine klare körperliche Diagnose) treten häufig gemeinsam auf, und psychischer Stress kann körperliche Symptome auslösen, obwohl keine medizinische Ursache gefunden wird. Der Körper spricht dann das aus, was innerpsychisch keinen Ausdruck findet.

Therapie: Warum Verhaltenstherapie so wirksam ist

Die Verhaltenstherapie – insbesondere die Exposition – gilt als Goldstandard. Warum? Weil sie direkt an einem zentralen Mechanismus ansetzt: Vermeidung.

Was dabei passiert:

  • Du bleibst in der Situation

  • Dein Körper aktiviert Angst

  • Du erfährst: nichts Schlimmes passiert

  • Das Gehirn lernt neu

Studien zeigen: Exposition hilft, den Kreislauf aus Angst und Vermeidung zu durchbrechen und neue, realistischere Bewertungen zu entwickeln. Oder einfacher gesagt: Das System bekommt neue Erfahrungen – und schreibt sich neu.

Und trotzdem: Warum das oft nicht ausreicht

So wirksam Exposition ist – viele Menschen erleben: Ich habe meine Angst im Griff – aber ich bin nicht wirklich frei. Warum? Weil sich die Therapie oft auf das Symptom fokussiert – nicht auf das zugrunde liegende Muster. Wenn die tiefere Dynamik nicht verstanden wird, kann Folgendes passieren: Die Angst verlagert sich, neue Symptome entstehen, oder die Belastung bleibt subtil bestehen.

Der hypnotherapeutische Weg: Mehr als „Angst wegmachen“

Hypnotherapie nach Erickson und der hypnosystemische Ansatz nach Schmidt gehen einen anderen Weg:

1. Symptome als Teil der Lösung verstehen

Statt Angst zu bekämpfen, wird gefragt: Wofür ist diese Angst gut? Das wirkt zunächst irritierend – ist aber zentral: Angst hat oft eine schützende Funktion. Sie zeigt auf ungelöste Themen. Sie ist Teil eines inneren Systems

2. Ressourcen reaktivieren

Hypnosystemik geht davon aus, dass die Fähigkeiten zur Lösung bereits vorhanden sind. Die Therapie hilft, Zugang dazu zu bekommen: über Bilder, Metaphern, innere Dialoge und gezielte Aufmerksamkeitslenkung.

3. Aufmerksamkeitsfokussierung verändern

Wenn Angst durch Fokus entsteht, kann sie auch darüber verändert werden:

  • Weg vom Problem

  • Hin zu Möglichkeiten

  • Vom „Warum ist das so?“

  • Hin zu „Wofür könnte das dienen?“

Was langfristig wirklich hilft

Nachhaltige Veränderung entsteht meist durch die Kombination:

Verhaltensebene (z. B. Exposition)

  • neue Erfahrungen sammeln

  • Vermeidung abbauen

Innere Ebene (hypnosystemisch/hypnotherapeutisch)

  • Bedeutung der Angst verstehen

  • emotionale Muster integrieren

  • Selbstwirksamkeit stärken

Eine neue Sicht auf Angst

Vielleicht ist das Wichtigste am Ende nicht, die Angst loszuwerden. Sondern zu verstehen, dass sie nicht gegen dich arbeitet, sondern für etwas in dir. - Und dass sie oft nur laut wird, wenn etwas anderes nicht gehört wird.

Zum Schluss – ein Perspektivwechsel

Vielleicht kennst du diesen Gedanken: „Ich will einfach nur, dass es aufhört.“ Und vielleicht beginnt Veränderung genau dort, wo sich dieser Satz leicht verschiebt: „Ich möchte verstehen, warum es da ist.“

Denn oft ist Angst kein Gegner. Sondern ein sehr intensiver Versuch deines Systems, dich auf etwas hinzuweisen, das gesehen werden will.

In zwei Wochen geht meine Reise durch die Ängste weiter. Dieses mal mit zwei weniger bekannten Krankheitsbildern: Der generalisierten Angststörung (GAS) und der ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung. Bei beiden handelt es sich um Muster, die deutlich subtiler und leiser daherkommen, aber nicht weniger belastend sind als die beiden deutlich lauteren Muster Phobie und Panik.

Ich freue mich, wenn du wieder dabei bist.

Constance

Wenn die Seele leise zum Körper spricht - meine ganz persönliche Geschichte

„Die Seele leis’ zum Körper spricht: sag du es ihm. Mich hört er nicht.“

Mit diesem Zitat von Christian Morgenstern habe ich vor einiger Zeit meine Artikelserie über psychische Leiden begonnen, die sich über unseren Körper Ausdruck verleihen. Und mit genau diesen Worten möchte ich diese Serie nun auch beenden.

Einigen ist vielleicht aufgefallen, dass dieser Artikel – meiner bisherigen Frequenz folgend – eigentlich schon in der letzten Woche hätte erscheinen sollen. Zum Abschluss dieser Reihe wollte ich meine ganz persönliche Geschichte teilen. Und ehrlich gesagt: Dafür brauchte ich mehr Zeit, als ich zunächst gedacht hatte.

Es ist leicht, aus der Distanz zu schreiben. Über Themen, über andere Menschen, über Zusammenhänge. Wenn es jedoch um mich selbst geht, fällt es mir deutlich schwerer, die richtigen Worte zu finden. Worte, die ehrlich sind. Und liebevoll. Und wahr.

Lasst uns gemeinsam in die Vergangenheit reisen

Es ist lange her – und doch sind die Tage, in denen ich zum ersten Mal, ohne es zu wissen, mit einer dissoziativen Störung in Berührung gekommen bin, noch immer sehr präsent in meiner Erinnerung.

Du erinnerst dich vielleicht, dass dissoziative Krankheitsbilder häufig dann auftreten, wenn die Seele besonders schwer getroffen wurde – oft im Zusammenhang mit einem Trauma. Um das Unbegreifliche erträglich zu machen, spaltet sie Erlebtes ab. Das, was nicht gefühlt oder verstanden werden kann, sucht sich andere Wege: über den Körper. Über Bewegungseinschränkungen, Lähmungen, verändertes Bewusstsein oder – in besonders schweren Fällen – über das Entstehen zusätzlicher Persönlichkeiten, der dissoziativen Identitätsstörung.

Dissoziation ist kein „Versagen“. Sie ist ein Schutzmechanismus der Seele. – Ein verzweifelter, aber kluger Versuch, sich vor etwas zu bewahren, das sie sonst zerbrechen würde.

Zurück zu meiner Geschichte:

Damals arbeitete ich noch als Stewardess. Ich war frisch verheiratet und befand mich auf meinem ersten Langstreckenflug nach der Hochzeit. Eigentlich hätte der Himmel voller Geigen hängen sollen. Doch meiner Mutter ging es schon vor meiner Abreise nicht gut. Sie hatte Verdauungsprobleme, war häufig müde, hatte Gewicht verloren. Während ich in Calgary beim Frühstück in meinem Lieblingscafé neben dem Hotel saß, erreichte mich die Nachricht, sie sei „vorsorglich“ für weitere Untersuchungen im Krankenhaus. Ich solle mir keine Sorgen machen. Natürlich machte ich mir Sorgen. Unaufhörlich. Nach einem anstrengenden Nachtflug kam ich zu Hause an und wollte mich noch kurz hinlegen, bevor ich ins Krankenhaus fahren würde. Da kam der Anruf. Krebs.

Mein Körper ging in den Schock. Meine Seele begann zu funktionieren.

Ich organisierte, informierte, sagte eine kleine, für den nächsten Tag geplante Feier ab. Ich kümmerte mich. Ich regelte. Ich funktionierte – perfekt. So wie ich es immer tat, wenn es brenzlig wurde.

Am nächsten Tag folgte mehr Klarheit: mutmaßlich Darmkrebs. Bereits metastasiert, unter anderem in die Leber. Nach erster Einschätzung nicht heilbar. Ich hätte in diesem Moment so sehr den Austausch mit meiner Mutter gebraucht. Ein Gespräch. Eine Umarmung. Die Erlaubnis, für einen kurzen Moment einfach nur ein tieftrauriges Kind zu sein. Doch meine Mutter war nicht mehr dieselbe. Sie war da – und doch nicht erreichbar.

Ihr Blick war nicht leer, aber auf etwas gerichtet, das ich nicht sehen konnte. Ihr Gesichtsausdruck war fremd, fast beängstigend. Eine Freundin meiner Mutter und deren Tochter waren ebenfalls zu Besuch – beide sichtlich schockiert von ihrem Zustand. Ich versuchte zu beschwichtigen, zu erklären, zu relativieren – und war gleichzeitig so hilflos.

Tief in mir wusste ich an diesem Tag: Ich habe meine Mutter verloren. Nicht körperlich – aber seelisch. Ein Teil von mir glaubte, der Krebs habe ihr Wesen, ihre Persönlichkeit angegriffen. Ich hatte Angst, dass wir nie wieder so miteinander sprechen würden wie früher.

Ich blieb bis abends bei ihr im Krankenhaus. Am nächsten Tag sollte eine Darmspiegelung stattfinden. Zur Vorbereitung musste sie am Vorabend Abführmittel trinken. Ich weiß noch, wie verzweifelt ich versuchte, sie dazu zu bewegen. Doch ich konnte sie nicht erreichen.

Meine Mutter war weg – obwohl sie da war.

Wenn ich heute an diesen Moment zurückdenke, steigen mir noch immer die Tränen in die Augen. Die Verzweiflung, die Angst, die Hilflosigkeit sind noch immer spürbar.

Was ich erst viel später verstand

Erst Jahre später konnte ich begreifen, was damals geschah: Die Seele meiner Mutter reagierte völlig normal auf eine zutiefst traumatisierende Diagnose. Sie befand sich in einem dissoziativen Zustand – um sich zu schützen, um das Unfassbare langsam und in ihrem eigenen Tempo zu verarbeiten.

Wie sehr hätte mir damals eine Erklärung geholfen. Ein Arzt, der gesagt hätte: „Geben Sie ihr Zeit.“ Oder: „Dieser Zustand ist vorübergehend.“

Stattdessen hörte ich den Satz, ich sei ja frisch verheiratet und könne meiner Mutter vielleicht noch schnell den Wunsch nach einem Enkelkind erfüllen – das würde ihr sicher neuen Lebensmut und Kraft geben.

Ich bin überzeugt, dass dieser Arzt es gut meinte. Er wollte trösten. Und doch fühlte es sich für mich unglaublich übergriffig an – zumal das Thema Kinder kein Thema für meinen Mann und mich war.

In einer idealen Welt hätten insbesondere Ärzt:innen ein solides Verständnis für psychische Dynamiken – und die Zeit und den Raum, dieses Wissen auch empathisch einzusetzen. Es gibt sie, diese Ärzt:innen, ja, aber vielleicht zu selten. Ich wünschte mir, unser Gesundheitssystem würde Sorge tragen, dass es sie häufiger gibt, dass Ärzt:innen entsprechend geschult werden, nicht nur fachlich, sondern auch in Gesprächsführung – noch ausführlicher, als es aktuell der Fall ist. Und verpflichtend!

Es folgte eine lange und intensive Reise, während der ich noch all die Gespräche mit meiner Mutter führen konnte, die ich an diesem Tag in der Klinik dachte verloren zu haben. Gestern hat sich ihr Todestag einmal mehr gejährt, und auch nach all den Jahren bin ich erstaunt, wie konsequent die Zeit vergeht, wie unaufhaltsam das Leben immer weiter passiert und wie präsent doch dieses Gefühl der Liebe bleibt – und der Dankbarkeit für die Jahre, die ich meine Mutter an meiner Seite hatte.

Zurück in die Gegenwart

Einer der Onkologen meiner Mutter sagte mir damals sehr eindringlich, dass es bei Darmkrebs familiäre Häufungen gebe. Ich solle bitte früher und regelmäßiger zur Vorsorge gehen. Damals war ich fest entschlossen, genau das zu tun. Wie so oft im Leben verblasst ein Vorsatz mit den Jahren. Bis mich die Geschichte meiner Mutter Ende letzten Jahres wieder einholte.

Im Sommer begann es mit gelegentlichem Sodbrennen. Dann kam es täglich. Dazu Völlegefühl, Bauchschmerzen, Verdauungsprobleme jeder Art. Ich dachte an Stress. An Unverträglichkeiten. Doch egal, was ich aß oder nicht aß – die Symptome wurden stärker.

Als mein Hausarzt dringend zu einer Magen- und Darmspiegelung riet, traf mich dieser Satz ins Mark: „Bei deiner familiären Vorbelastung müssen wir das Schlimmste sicher ausschließen.“

Das Schlimmste. Richtig. Da war ja etwas. Ich zeigte nahezu dieselben Symptome wie meine Mutter vor ihrer Diagnose. Und auch bei mir war das Blutbild unauffällig.

Der nächste freie Untersuchungstermin: Ende Mai. Es war Januar. Besser als nichts. Und sicher ist es nur Stress. Die Seele leis’ zum Körper spricht …

Doch dann spitzte sich alles zu. Ich begann Gewicht zu verlieren, konnte nur noch kleine Portionen essen, schlief nicht mehr. Die Angst verstärkte die Symptome – die Symptome verstärkten die Angst. Ich war gefangen in einem Kreislauf, aus dem ich mich kaum noch selbst befreien konnte.

Zum Glück fand ich schließlich eine Praxis, die mir kurzfristig einen Notfalltermin anbot.

Zwischen Angst und Hoffnung

Am Tag der Untersuchung war ich erleichtert – und gleichzeitig voller Angst. Angst davor, aus der Narkose aufzuwachen und im Gesicht des Arztes die Antwort zu lesen. Als ich erwachte, sah ich zuerst in das Gesicht einer freundlichen Krankenschwester. Sie brachte mir Kaffee. Draußen schien die Sonne. Einer dieser ersten Frühlingstage.

„Der Arzt kommt gleich.“

Dieses „gleich“ dehnte sich endlos. Und irgendwann beschloss ich, diesen Moment bewusst zu genießen. Der Kaffee schmeckte gut. Ich hatte Kekse dabei. Die Sonne wärmte.

Vielleicht, dachte ich, ist dies der letzte Moment unbeschwerter Normalität.

Dann kam der Arzt, der mir meine Sorge wohl schon von Weitem ansah. Noch ehe er sich setzte, sagte er diesen wunderbaren Satz: „Alles gut. Es ist nichts Schlimmes.“

Kein Krebs. Stattdessen Reflux, eine Magenschleimhautentzündung, ein gereizter Darm. „Hatten Sie viel Stress?“ – psychosomatisch, wie so oft.

Wenn er wüsste.

Und dann ist alles gut – oder?

Die Sonne schien heller, als ich die Praxis verließ. Seit drei Wochen helfen die Medikamente nun sehr gut. Und die Gewissheit, dass es kein Krebs ist, ist unbeschreiblich.

Was bleibt, ist die Frage, die sich viele Menschen mit psychosomatischen Erkrankungen stellen: Was jetzt?

Denn „Achte besser auf dich“ ist leichter gesagt als gelebt.

Seit Jahren begleite ich im Rahmen meiner Arbeit andere Menschen dabei, ihre Stressmuster zu erkennen und zu bearbeiten. Nun bin ich selbst auf dieser Reise. Und ich merke: Es geht bei mir weniger um Arbeitsbelastung als um innere Haltungen, um Sorgen und Ängste, Versagensängste, denen ich manchmal zu viel Raum gebe.

Psychosomatische Erkrankungen sind allgegenwärtig. Und doch werden sie selten wirklich verstanden. Der erste Weg führt immer zum Arzt – der zweite sollte zur Ursache führen. Denn auch die besten Medikamente helfen bei psychosomatischen Erkrankungen nur temporär. Auch ein Teil von mir fragt sich, wie es wird, wenn ich meine Tabletten fertig genommen haben werde. An dieser Stelle beginnt auch mein Weg zur Ursache – und zum Musterbruch!

Wenn auch du dich auf diesen Weg machen möchtest, begleite ich dich von Herzen gern. Nicht nur, weil ich es professionell kann und Erfahrung in dieser Begleitung habe. Sondern nun auch, weil ich weiß, wie sich dieser Weg anfühlt. Wenn du möchtest, vereinbare gerne ein kostenfreies und unverbindliches Erstgespräch.

Ich wünsche dir schöne Osterfeiertage. Ich gönne mir einen kurzen Urlaub, und mein Blog ist am 26. April mit einem neuen Artikel zurück. Ein Thema dafür habe ich übrigens noch nicht. Aber vielleicht hast du ja eine Idee, worüber du gerne lesen möchtest. Ich freue mich über Input!

Constance