Persönlichkeit

Auf der Suche nach dem Sinn: Abraham Maslow und die Humanistische Psychologie - Agile Mindset anno 1945

Die Humanistische Psychologie - weil der Mensch von Grund auf gut ist…

Der US-Amerikaner Abraham Maslow (1908 - 1970) gilt als Mitbegründer der Humanistischen Psychologie, die sich selbst als “dritte Kraft” der Psychologie sieht. Die Humanistische Psychologie stellt den erlebenden Menschen in den Mittelpunkt und richtet sich damit direkt gegen die vergleichende Verhaltenswissenschaft, die das Verhalten (von Tieren) in den Mittelpunkt stellt und die Psychoanalyse, die vom Verhalten neurotischer Menschen ausgeht. Die Schule der Humanistischen Psychologie fokussiert sich auf das aktive Streben des Menschen nach Anerkennung, Wertschätzung und Selbstverwirklichung um ein erfülltes Leben zu führen. Eine der zentralen Thesen ist die Anerkennung und Aufrechterhaltung der Würde und des Wertes eines jeden Einzelnen.

Maslow war der festen und unerschütterlichen Überzeugung, dass der Mensch von Grund auf gut ist und jeder Mensch die Fähigkeiten und Ressourcen hat, sich kreativ zu entfalten. Er ging davon aus, dass Persönlichkeitsbilder wie Destruktivität, Sadismus und Grausamkeit keine ureigenen menschlichen Verhaltensweisen sind, sondern viel mehr Frustreaktionen darauf, dass die uns angeborenen Bedürfnisse nicht vollumfänglich gestillt werden. Diese Bedürfnisse hat Maslow in seiner Bedürfnispyramide hierarchisch sortiert und seit mehr als 60 Jahren wagt niemand daran zu rütteln. OK, je nachdem, was gerade so los ist, ergänzt man gerne wahlweise WLAN oder Toilettenpapier. In ihren Grundzügen bleit sie jedoch bestehen, was eindeutig zeigt, dass wohl was dran ist, an Maslows Idee vom Menschen.

Die Bedürfnispyramide nach Maslow

Wie gesagt hat Maslow die menschlichen Bedürfnisse hierarchisch angeordnet. Das heißt, die Bedürfnisse müssen nacheinander gestillt werden. Wenn die Basis nicht befriedigt ist, braucht man über die Spitze nicht nachdenken!

Die Basis seiner Pyramide stellen für Maslow die körperlichen Grundbedürfnisse dar: Essen, Trinken, Schlaf, Bewegung. Werden diese Bedürfnisse konstant gestillt, verlieren sie an Bedeutung und der Mensch kann sich anderen Dingen zuwenden.

Auf der nächsten Stufe steht das Sicherheitsbedürfnis: der Wunsch nach Stabilität, Ordnung und Schutz. Wird dieses Bedürfnis nicht gestillt, verliert der Mensch in einer dynamischen und komplexen Welt sofort den Überblick und die Nerven, weil all sein Streben in Richtung einer vorhersagbaren Welt (die es ja nicht gibt! Voll un-VUCA!) geht.

Auf Stufe drei stellt Maslow die sozialen Bedürfnisse: Zugehörigkeit, Freundschafts- und Liebesbedürfnisse, gemocht werden, beliebt sein.

Es folgt auf Stufe vier der Wunsch nach Anerkennung, Respekt, Selbstliebe, Wertschätzung. Diese Bedürfnisebene umfasst auch den Wunsch nach Stärke, Leistung und Kompetenz (was einen durchaus ehrgeizig werden lässt), sowie den Wunsch nach Prestige, Status, Ruhm und Macht, wobei man Macht in diesem Zusammenhang nicht unbedingt negativ bewerten sollte. Es geht vielmehr um die Abwesenheit von Ohnmachtsgefühlen. Klingt gleich netter, oder? Diese Stufe ist die Grundlage für unseren Selbstwert.

Die Spitze der Bedürfnispyramide stellt schließlich das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung dar. Hierbei geht es um die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit, die von Person zu Person ganz individuell ist. Im Prinzip geht es um persönliches Wachstum, Persönlichkeitsentwicklung. Letzten Endes geht es darum, seinen individuellen Lebensauftrag zu erfüllen (durch Kreativität, dem Einsatz für Gerechtigkeit, selbstloses Kümmern um andere, etc.). Hierbei kommt es dann zu Eigenschaften wie Kreativität, Fröhlichkeit, Freundlichkeit, Ehrlichkeit, Liebe, Güte, Mut…

Das agile Mindset anno 1945

Mit diesem Ansatz war Maslow anno 1945 ausgesprochen fortschrittlich. Sein Buch “Motivation und Persönlichkeit” hatte großen Einfluss auf Führung und Management, ging man doch bis dato davon aus, dass der Mensch im Wirtschaftskontext, also bei der Arbeit, nicht grund-gut und leistungsbereit sei. Bis dato wurden Menschen in Wirtschaftsorganisationen als unwissender Anwender gesehen, dem man genau sagen muss, was er wie zu tun hat, weil Kreativität ja höchstens etwas für die Top-Chefs war. Man musste Menschen stets antreiben weil sie eigentlich bockig und faul sind und man hielt es zunehmend für eine gute Idee, ihnen Karotten in Form von leistungsabhängigen Boni vor die Nase zu halten, damit sie auch das Maximum an Leistung erbringen.

Und dann kam Maslow, der sagte, dass wenn man Menschen so bezahlt, dass sie sich über die Befriedigung ihrer physiologischen Grundbedürfnisse keine Gedanken mehr machen müssen, man ihnen Sicherheit und Struktur gibt (in dem man nicht permanent mit Kündigung, schlechten Beurteilungen, Gehaltskürzungen, oder Insolvenz des Unternehmens droht), man sie zum Teil des Teams macht, ihnen Anerkennung und Respekt schenkt, hat man plötzlich engagierte, kreative, mutige und leistungsbereite Mitarbeiter, die einen Sinn in dem finden, was sie tun und es deshalb sogar gerne tun! Toll! Was braucht man mehr, in einem zunehmend komplexen und dynamischen Umfeld?

Und wann hat man genug Anerkennung und Selbstverwirklichung???

- Eigentlich nie!

Maslow unterscheidet zwischen Defizit- bzw. Mangelbedürfnissen und den Wachstumsbedürfnissen. Habe ich immer ausreichend Nahrung, Schlaf, emotionale Sicherheit, Zuwendung, fühle mich zugehörig, etc., erlischt irgendwann mein explizites Verlangen nach diesen Bedürfnissen. Kein Mangel vorhanden. Irgendwann ist man eben satt und ausgeschlafen. Alles gut.

Mit den Bedürfnissen nach Anerkennung und Selbstverwirklichung sieht es etwas anders aus. Sie sind aus Maslows Perspektive sogenannte Wachstumsbedürfnisse, an denen wir ein Leben lang arbeiten und eben wachsen. Klar kann ich mein Bedürfnis nach Kreativität zum Beispiel durch das Schreiben eines Blogs stillen. Es ist aber mit Nichten so, dass dann nach soundso vielen Blogs gut ist und das Bedürfnis befriedigt ist. Im Gegenteil, ich wachse und entwickle mich und irgendwann werde ich das Bedürfnis haben, den nächsten Schritt gehen zu wollen, oder zu müssen. Keine Sorge, noch bin ich bei weitem nicht so weit, mich in Richtung Podcast weiterzuentwickeln. Allerdings musste ich mich in ganz anderer Hinsicht in dieser Woche fragen, wo und wie ich mich weiterentwickeln möchte, oder muss, um auch weiterhin glücklich und zufrieden zu sein. Wo soll meine Kreativität hinführen und wo finde ich den geeigneten Rahmen dafür, mich entsprechend auszutoben? Zum Glück hatte ich bereits während des ersten Lockdowns schon genügend Zeit, mir Gedanken darüber zu machen, was denn mein ganz eigener individueller Lebensauftrag sein könnte, was mich erfüllt und glücklich macht und wo ich mich weiterentwickeln möchte. Bei den Wachstumsbedürfnissen müssen wir Menschen perspektivisch denken und handeln, um auch weiterhin glücklich und zufrieden zu bleiben. Jedoch bedeutet dieses perspektivische Denken auch, dass wir uns immer mal wieder aus unserer Komfortzone hinaus bewegen müssen. Das hört sich so einfach an und ich weiß nicht, wie häufig ich genau dieses “Raus aus der Komfortzone” im Lehrsaal propagiert habe… Wenn man darüber spricht, hört sich das so sinnvoll und selbstverständlich an. In dieser Woche habe ich an mir selbst merken dürfen, wie schwierig das ist, wie viel Angst das macht. Ich habe aber auch gemerkt, wie gut es sich anfühlt, wenn man diese Angst überwunden hat und über den eigenen Schatten gesprungen ist. Nach einigen weniger ruhigen Nächten, spüre ich jetzt eine große Euphorie und das Gefühl, dass die Welt mir offensteht und mein Leben eben nicht auf ausgetretenen Pfaden stattfindet, die zwar super sicher, aber auch totlangweilig sind. Wo und wie ich mich dann zukünftig mit der Machete des Mutes durch den Dschungel des Neuen und Unbekannten aufmachen werde, werde ich in den nächste Wochen berichten, mit aller Euphorie und allen Unsicherheiten.

Eure Constance

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Der Mensch ist kreativ

… und das ist gut so!

Das Toilettenpapier-Dilemma: Warum bewusste Selbstführung eben doch verdammt schwer sein kann

Hilfe ich habe Corona… Nee, warte… Doch nicht…

Heute schreibt euch die stolze Besitzerin von 24 Rollen Toilettenpapier! Ich würde sagen, Weihnachten kann kommen… Ich weiß, in meinem ersten Corona-Blog habe ich mich intensiv gefragt, was Menschen dazu treibt, Toilettenpapier zu horten. Jetzt weiß ich es. Ich fange mal von vorne an, denn Corona ist mir in dieser Woche ganz schön auf die Pelle gerückt.

Mitte dieser Woche klingelt morgens das Telefon, es war ein Freund, dessen Sohnemann ich vor einigen Tagen bei ihm zuhause zum Spielen besucht habe. Es gibt nichts Bereichernderes als die unverfälschten Gedankengänge eines Vierjährigen. Nun war der Papa, den ich bei meinem Besuch auch gesehen habe, Covid-positiv getestet, was gegenwärtig ja recht negativ ist. In dem Moment, in dem er das am Telefon ausgesprochen hatte, verspürte ich selbstverständlich spontan Halsschmerzen. Es folgte wilder Aktionismus, ich wusste nämlich so gar nicht, was ich jetzt zu tun hatte. OK, ich habe erstmal alle Termine abgesagt und meine geplanten Präsenz-Schulungen diese Woche an einen Trainerkollegen weitergegeben. Danach kam wieder Hilflosigkeit in mir hoch. Ich wollte Fakten schaffen und am liebsten sofort einen Test machen. Das ist leider nicht so einfach. Ich telefonierte wild umher und hörte gefühlt mindestens zwei Mal zu oft Sätze wie “also so richtig wissen wir auch nicht, wie das jetzt weitergeht”. Erlösung erhoffte ich mir, als ich beim Gesundheitsamt endlich ein Freizeichen hatte. Meine Heldin am anderen Ende der Leitung war eine wirklich sympathische junge Frau. Leider folgte die Ernüchterung postwendend, denn auch sie konnte mir nicht das liefern, was ich mir am sehnlichsten wünschte: jemanden, der mir in dieser unbekannten Situation sagt, was zu tun ist. Testen lassen könne ich mich erst, wenn der Erkrankte die Kontaktliste eingereicht habe und diese abgearbeitet sei. Das könne bis zu zwei Tage dauern. Und bis dahin? Bis dahin müsse ich entscheiden, wie ich mich verhalte! Toll! Und wie soll ich mich jetzt verhalten? Ich merkte, wie ich am Telefon allmählich den Druck erhöhte. Die arme Frau. Druck erhöhen kann ich ganz gut. Es half aber alles nichts. Das Telefonat war beendet und ich musste selbst entscheiden, was nun sinnvollerweise zu tun ist. Erstmal auf die Quarantäne vorbereiten und die Vorräte auffüllen. Es entstand eine Einkaufsliste, die mir bis heute Freude macht und selbstverständlich musste noch eine Extraportion Toilettenpapier her. Es waren zwar noch zwölf Rollen im Vorratsschrank, aber ich war in meiner Machtlosigkeit der Meinung, dass man Toilettenpapier ja immer brauchen kann, es wird nicht schlecht und überhaupt ist es besser, Toilettenpapier zu kaufen, als sich wehrlos dem Schicksal zu ergeben.

Den restlichen Tag versuchte ich ruhig zu bleiben und mich abzulenken, indem ich einen mir sehr wichtigen Online-Termin am nächsten Tag vorbereitete. Funktionierte ganz gut. Ich habe zwischenzeitlich sogar das Halskratzen vergessen. Am Abend klingelte wieder das Telefon. Erneut der Papa meines Spielkameraden, der mir erklärte, dass ich ihn kurz vor dem ermittelten Ansteckungsfenster gesehen habe und deshalb raus sei aus der Nummer. Kein Test, keine Quarantäneanordnung! Großartig. Das Halskratzen war auch sofort weg. Interessant dachte ich noch, verabschiedete mich von meinem Freund, wünschte gute Besserung und freute mich, dieses Mal fein raus zu sein. Trotzdem kreiselte es in meinem Kopf weiter. Wie genau ist das denn nun mit diesem Ansteckungsfenster? Und was wenn das doch nicht ganz gestimmt hatte… Schon wieder hilflos und schon wieder sagt einem keiner was richtig und falsch ist. Ich habe schließlich für mich entschieden, mich in den nächsten Tagen zurückzuziehen, die geplanten Schulungen durch meinen Kollegen durchführen zu lassen und meinen Hals zu beobachten, obwohl ich eigentlich hätte postwendend zur Normalität zurückkehren können. War das jetzt panisch oder übervorsichtig, oder einfach nur vernünftig? Keine Ahnung! Es war meine Art in dieser Situation Verantwortung zu übernehmen.

Zwei Tage später klingelte gegen Abend wieder das Telefon. Es war die nette Dame vom Gesundheitsamt, die sich bei unserem ersten Gespräch meine Daten aufgeschrieben hatte und sich nochmal melden wollte, weil sie mich auf keiner der Listen gefunden hat. Ich erklärte ihr kurz die Situation und sagte abschließend, dass ich kein Fall für sie sei. Sie musste lachen und meinte nur, ich wisse gar nicht, wie gerne sie das gerade höre. In dem Moment wurde mir klar, dass unser System in Anbetracht des großen Chaos doch recht gut funktioniert. Was nicht fehlerfrei funktioniert hat, war in meinem Fall der Mensch, also ich…

“Es ist leichter, zum Mars vorzudringen als zu sich selbst.” C. G. Jung

Als ich schließlich einen Tag später damit angefangen habe, über Corona und mich selbst nachzudenken, bin ich über dieses Zitat des Begründers der analytischen Psychologie gestolpert und dachte mir nur, wie recht er hat. Betrachte ich die Dinge aus einer Metaebene, wirkt alles immer so klar. Ich weiß nicht wie oft ich schon über New York geflogen bin und mir dachte, wie ordentlich und strukturiert diese Stadt von oben aussieht und unten, mitten auf dem Times Square, muss ich aufpassen, nicht verloren zu gehen. Ähnlich geht es mir mit den Menschen. Von außen betrachtet scheint so vieles klar zu sein, steckt man selbst im Chaos, geht die Klarheit schnell verloren. Der Schlüssel dazu, sich nicht zu verlieren, ist bewusste Selbstführung. Hört sich erstmal ganz einfach an, wenn das Leben jedoch passiert, ist es oft so, dass unbewusste, uralte Mechanismen übernehmen und wir uns nicht mehr selbst führen, sondern nach externer Führung suchen. Damals, in der Höhle war das durchaus sinnvoll, heute brauchen wir das nicht mehr. Heute tragen wir alle Ressourcen, die uns erfolgreich machen, in uns. Spätestens seit der Aufklärung sollte uns das klar sein. “Sapere aude!” postulierte der große Immanuel Kant. Und Recht hatte er. Es bedarf Mut, sich seines Verstandes zu bedienen, führt es doch zwangsläufig irgendwann dazu, sich über sich selbst Gedanken zu machen. Aber leider bleibt uns nichts anderes übrig, als diesen Mut aufzubringen, denn diese Panikreaktionen sind in Hinblick auf Toilettenpapier ziemlich dämlich, in anderen Situationen können sie durchaus gefährlich werden. Außerdem sind sie anstrengend und kosten viel Energie.

Das Hirn umpolen… Was bitte?

Um die bundesdeutschen Toilettenpapiervorräte und unsere Nerven zu schonen, ist es also sinnvoll, unserem Gehirn dabei zu helfen, in der modernen, aufgeklärten Welt anzukommen, damit wir uns zukünftig bewusst selbst führen können. Hierzu ist es im ersten Schritt wichtig, eigene kognitive Muster zu erkennen und sie im zweiten Schritt zu durchbrechen. Hilfreich hierbei kann die sogenannte ABC-Theorie von Albert Ellis sein.

Ellis’ Theorie liegt zugrunde, dass wahrgenommene Reize unbewusst bewertet werden und diese Bewertung schließlich die Ursache für daraus abgeleitetes Verhalten ist.

  • A steht hierbei für den auslösenden Reiz (in meinem Fall für diesen Corona-Anruf).

  • Aus A resultiert B, die Bewertung, die in meinem Fall zunächst unbewusst und irrational abgelaufen ist. Mein Hirn hat sich sofort in einen Zustand größter Bedrohung katapultiert. Mein Gehirn dachte, ich habe Corona. Deshalb musste mir ja auch der Hals wehtun!

  • B führt zu C, den Konsequenzen (engl. Consequences), sowohl auf emotionaler, als auch auf Verhaltensebene. Auf emotionaler Ebene habe ich mich überrumpelt und hilflos gefühlt, was zum einen dazu geführt hat, dass ich intensiv nach jemanden gesucht habe, der mir sagt, was zu tun ist. Zudem habe ich versucht aktiv zu bleiben und etwas vermeintlich Sinnvolles zu tun. Jetzt habe ich 24 Rollen Toilettenpapier!

  • Während ich also vor meinen 24 Rollen Toilettenpapier saß, kam bei mir die Frage auf, ob das wirklich klug war. Wir sind bei Ebene D, dem Infrage stellen (engl. Disputation). Natürlich habe ich recht schnell verstanden, dass der bloße Anruf meines Freundes noch lange nicht bedeutet, dass ich für die nächsten vierzehn Tage auf mich alleine gestellt eingesperrt sein würde. Außerdem erkannte ich, dass ich niemanden brauche, der mir sagt was zu tun ist, weil ich das selbst ausgesprochen gut hinbekomme. Ich kann das mit dem Übernehmen von Verantwortung, eigentlich! Verdammt, was ist da nur passiert?

  • Diese Frage führte mich schließlich zu E, dem Effekt, der zur kognitiven Umstrukturierung führt. In meinem Fall war der Effekt, dass ich mich recht lächerlich mit meinen 24 Rollen Toilettenpapier gefühlt habe und als die nette Dame vom Gesundheitsamt ein zweites Mal angerufen hat, war ich irgendwie etwas kleinlaut, weil es mir inzwischen ein ganz kleines bisschen unangenehm war, dass ich bei unserem ersten Telefonat Anweisungen erwartet habe, die ich nur mir selbst hätte geben können. Mein Verhalten in einer unklaren Situation (in der es keine eindeutigen Vorschriften gibt) liegt in meiner Verantwortung. Punkt!

  • Deshalb geht es zurück zu B, jetzt eben B2. Ich habe gelernt, dass es zielführender ist, beim nächsten Mal die Situation rational und logisch zu bewerten, um auf C2 eben auch mit angemessenen Emotionen ein zielförderliches Verhalten an den Tag zu legen und eigenverantwortlich klare Entscheidungen zu treffen. Vor allem aber habe ich gelernt, dass ich keine Angst davor haben muss, eigenverantwortlich und bewusst zu entscheiden und zu handeln, weil das daraus resultierende Ergebnis einfach besser ist, als das Resultat emotionaler und aus Unsicherheit geprägter Übersprunghandlungen. Diese undurchdachten Bewertung resultieren übrigens aus unseren Erfahrungen, unserer Erziehung, unseren Glaubenssätzen und so weiter uns sofort. Also aus Faktoren, die aus unserer Vergangenheit resultieren und mit der aktuellen Situation nicht allzu viel zu tun haben. Unser faules Gehirn macht es sich eben gerne leicht. Wenn es nicht unbedingt sein muss, bewertet man nicht die wirklich aktuelle Situation, sondern greift lieber auf Altbekanntes zurück, obwohl in einer komplexen Welt keine Situation einer bereits erlebten gleicht…

Also einfach das Bewertungssystem auf Reset stellen

Liest sich wahrscheinlich ganz einfach. Eine konsequente Umbewertung ist jedoch ein Prozess der Zeit braucht. Der Weg hin zu bewusster Selbstführung ist lang, aber lohnend, weil auf dessen Zielgerade ganz viel Ruhe und Gelassenheit winken. Hinzu kommt, dass irrationale Bewertungen (beruflich wie privat) in unserer komplexen und dynamischen Welt oft deutlich fatalere Folgen als ein Schrank voller Toilettenpapier haben. Wer erfolgreich sein möchte, wer andere erfolgreich führen möchte, muss im ersten Schritt lernen, sich selbst zu führen. Und das geht nicht, ohne sich mit sich selbst und seinen eigenen Werten oder Bewertungen zu beschäftigen, denn sie bestimmen unser Fühlen und Handeln. Ein Coach kann hierbei Hilfestellung leisten, den Weg ein wenig zu beleuchten. Gehen muss man diesen Weg jedoch allein, eigenverantwortlich, weil wir die Verantwortung für unser Handeln tragen. Klar gibt man uns einen gewissen Handlungsspielraum. Diesen gibt uns zum Beispiel der Staat durch Gesetze vor, der Arbeitgeber durch Verträge und Regeln und wir uns selbst durch Normen. Allerdings muss uns bewusst sein, dass das Leben auf allen Ebenen so komplex und dynamisch geworden ist, dass wir nur erfolgreich sein können, wenn wir im Rahmen dieser Vorgaben das tun, was Kant uns schon 1784 ans Herz gelegt hat: nämlich den Mut uns unseres Verstandes zu bedienen und eigenverantwortlich zu entscheiden und zu handeln. Und eh das hier in eine falsche Richtung geht, sei abschließend noch erwähnt: mein Verstand sagt mir, dass ein studierter Virologe fundierteres Expertenwissen in Hinblick auf Pandemien hat, als Köche, YouTuber und anderen Verschwörungstheoretiker. Denn Verantwortung bedeutet nicht nur Verantwortung für sich selbst, sondern auch für seine Mitmenschen zu tragen. Das nennt man Solidarität.

Eure Constance

PS: All jenen, die sich etwas intensiver mit dem ABC-Modell und ihrem eigenen Bewertungssystem auseinandersetzen möchten, ohne sich einen Coach leisten zum müssen, lege ich H.H. Stavemanns Buch “… und ständig tickt die Selbstwertbombe” sehr ans Herz. Natürlich ist diese Werbung unbezahlt. Das Buch ist für den “Endverbraucher” geschrieben und beinhaltet auch zum ABC Modell Arbeitsblätter und Denkanstöße, die einem den Weg durch sein eigenes Bewertungssystem ein wenig beleuchten.

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Wenn Emotionen hochkochen verschiebt sich das Wertesystem

Toilettenpapier: auf jeden Fall eine gute Investition

Über unsere vier Grundängste, über Riemann und Thomann und darüber wie Riemanns Ängste zu Thomanns Ansatz zum Konfliktmanagement werden

Meine Ängste, meine Widersprüche

Der Psychoanalytiker Fritz Riemann, der übrigens in dem Jahr verstorben ist, in dem ich geboren wurde (ich weiß, total überflüssige Zusatzinfo!), veröffentlichte 1961 sein Hauptwerk “Grundformen der Angst”. Hierin erklärt Riemann, dass wir Menschen von vier grundlegenden Ängsten gesteuert werden, von denen sich jeweils zwei quasi als Pärchen diametral gegenüberstehen und dadurch ein inneres Spannungsfeld erzeugen, indem sie uns stetig in die eine oder andere Richtung zerren.

Pärchen Nummer eins sind Distanz und Nähe: die Angst vor zu viel Nähe, sich anderen Menschen voll und ganz anzuvertrauen, alle Masken fallen zu lassen und quasi nackt und wehrlos dazustehen, steht der Angst vor Einsamkeit, Distanz und Isolation gegenüber.

Pärchen Nummer zwei sind Veränderung und Dauer, bzw. Beständigkeit: auf der einen Seite haben wir Angst vor Endgültigkeit und davor in unseren festen Bahnen gefangen zu sein, auf der anderen Seite fürchten wir uns aber auch vor Wandel und Vergänglichkeit. Wer kennt ihn nicht, diesen Satz: eigentlich ist alles gut so wie es ist! Eigentlich!

Die kleinen Teufelchen meiner Ängste…

Ich stelle mir diese Ängste gerne wie kleine Teufelchen vor, die sich permanent darum streiten wer wichtiger ist und aus diesen Streitereien, dem Geziehe und Gezerre entsteht meine Persönlichkeit, meine ganz individuelle Balance, die sich zwischen den extremen Polen meiner Ängste einpendelt. Denn kommt es zu einer absoluten Dominanz einer dieser vier Ängste, drohen laut Riemann ernsthafte Erkrankungen: bei einer starken Dominanz der Angst vor Nähe besteht die Gefahr einer schizoiden, bindungsunfähigen Persönlichkeitsstruktur, während die Angst vor Distanz laut Riemann depressiv macht, die Angst vor Veränderung ruft zwanghafte und die Angst vor Dauer und Beständigkeit hysterische Persönlichkeiten hervor. Verrückt, dass es nach Riemann für emotional gesunde Menschen völlig normal ist, sich gelegentlich hin und her gerissen zu fühlen. Irgendwie aber auch total tröstlich! Innere Zweifel und innerer Dialog nicht nur erlaubt, sondern sogar wünschenswert!

Was wir von den Teufelchen unserer Ängste lernen können

Es war der Psychologe Christoph Thomann, der diese Erkenntnisse Riemanns genommen hat um sich die Frage zu stellen, wie man das Wissen um seine Ängste und somit um seine Persönlichkeit für sich nutzen kann. Thomann hat Riemanns Ansatz zu einem ressourcenorientierten Persönlichkeitsmodell weiterentwickelt, dass nicht nur die Schatten-, sondern auch die Sonnenseiten der einzelnen Persönlichkeitsausprägungen darstellt.

Sich damit zu beschäftigen ist, wie ich finde, extrem sinnvoll, weil eine der Hauptursachen für Konflikte darin liegt, dass Menschen unterschiedliche Bedürfnisse oder Werte haben, die natürlich durch deren individuellen Persönlichkeitsstruktur geprägt werden und selbstverständlich sind mir Menschen, die ebenso funktionieren oder reagieren, wie ich selbst, von Natur aus näher, als jene, die grundlegend anders reagieren. Die müssen ja irgendetwas falsch machen! Konflikt!

Also nennen wir die vier kleinen Teufelchen nicht mehr Ängste sondern vier Grundbestrebungen, die dem Menschen inne wohnen. Jeder hat das Bedürfnis nach Nähe, Distanz, Wechsel und Dauer, alles auf einmal, gleichzeitig! Die Frage ist, wie stark sind diese einzelnen Bestrebungen bei mir ausgeprägt. Für all jene, die jetzt Lust bekommen haben, sich selbst einzuordnen, hier eine kleine Hilfestellung:

  • Eine starke Nähe-Orientierung sorgt dafür, dass Menschen kontaktfreudig und ausgleichend sind. Sie sind verständnisvoll und akzeptierend. Im Büro sind sie für Harmonie verantwortlich, sorgen dafür, dass alle die Geburtstagskarten unterschreiben. Sie haben stets einen freien Stuhl an ihren Schreibtischen, der auch gerne genutzt wird, weil man ihnen auf Grund ihrer Offenheit und Warmherzigkeit vertraut. Allerdings vermeiden diese Menschen auch gerne Spannungen und Auseinandersetzungen. Weil es ihnen wichtig ist, gemocht zu werden, können sie nur schwer nein sagen oder ihrem Ärger Ausdruck verleihen.

  • Für Menschen mit einer hohen Distanz-Orientierung gilt das Gegenteil: sie wirken sachlich, kühl, unpersönlich und distanziert. Generell arbeiten Distanz-Menschen gerne alleine. Wenn Teamwork notwendig ist, ist es ihnen wichtig, dass Aufgaben klar verteilt und umrissen sind. Unnötiges “Geschwätz”, wie zum Beispiel in Meetings, mag der Distanz-Typ genauso wenig wie kollegiales Zusammensein nach Feierabend. Allerdings macht ihn das alles auch ausgesprochen abgrenzungsfähig. Er kann gut nein sagen, ist ein ausgezeichneter sachlich-kritischer Beobachter und kann sich auch in Konfliktsituationen klar artikulieren. Auch wenn es hitzig wird, ist es ihm wichtig, sachlich richtige, auf Fakten basierende Entscheidungen zu treffen.

  • Menschen mit einer hohen Dauer-Orientierung sind ordentlich, strukturiert, organisiert, gewissenhaft, verfügen über ein scheinbar perfektes Zeit-Management, sie schätzen Listen und Planungssysteme und haben ein ausgeklügeltes Ablagesystem. Allerdings neigen diese Zeitgenossen auch gerne zu Prinzipienreiterei und Dogmatismus, sind konservativ und kontrollierend und wirken fast schon pedantisch. Neuerungen sehen sie ziemlich kritisch.

  • Im Gegensatz dazu steht der Wechsel-Mensch, der kreativ, flexibel und ausgesprochen phantasievoll durch den Arbeitsalltag flattert. Der Schreibtisch versinkt im Chaos und der Terminkalender ebenso. Er ist spontan, mag Risiken und alles was neu und unkonventionell ist. Er ist charmant und unterhaltsam und bringt verdammt viel Farbe in den Büroalltag. Allerdings weicht er Verpflichtungen, Vorschriften und Gesetzen gerne aus, genauso wie den Konsequenzen seines Handelns. Der Wechsel-Typ hat immer noch ein Hintertürchen, durch das er verschwinden kann, wenn es eng wird. Über Pünktlichkeit und Ordnung muss ich in diesem Zusammenhang wohl eher nicht referieren…

Und? Konntet ihr euch ein bisschen einordnen, auf der X- und auch auf der Y-Achse? Das ist ein wichtiger erster Schritt auf dem Weg zum erfolgreichem Konfliktmanagement.

Weil ein klein wenig Achtsamkeit nicht schadet

Das wirklich interessante an Konflikten ist, dass sie häufig viel mehr mit uns selbst, als mit unserem Konfliktpartner zu tun haben. Es bringt mich nicht weiter, es ganz furchtbar zu finden, dass der Gegenüber ein so verdammter Dauer-Typ ist, so ein verdammter Pedant, nur weil ich damit konfrontiert wurde, dass es Menschen gibt, die mit meinen chaotischen, bunten, kreativen, schönen und unstrukturierten Ansätzen nichts anfangen können. Klar kann ich mich aufregen oder beleidigt sein, es hilft aber nichts, weil es hier kein Richtig oder Falsch gibt! Ist es richtig, ordentliche und strukturiert zu sein? Oder ist es richtig kreativ und flexibel zu sein? Eben! Dann mal auf zu einer kleinen Schritt für Schritt Anleitung zum Umgang mit Konflikten und zu einer wertfreien Betrachtung meiner Kollegen:

  1. Schritt: Achtsamkeit! Ich muss wissen, wie ich selbst funktioniere, um zu verstehen, warum mich die vermeintlich chaotischen Aussagen meines Kollegen rasend machen, oder warum mich dieses permanente Bla-Bla am Schreibtisch gegenüber so sehr nervt, oder, oder, oder…

  2. Schritt: Wenn ich selbst verstanden habe, was “für ein Typ” ich bin, überlege ich, was denn die Tendenzen meines Gegenübers sind und warum sie mich emotional tangieren. Interessanterweise stellen wir dabei nicht selten fest, dass wir besonders häufig mit Typen aneinandergeraten, die uns selbst in der Riemann-Thomann-Matrix diametral gegenüberstehen! Überraschung!

  3. Schritt: Jetzt wird es super einfach! Ich muss mir eigentlich nur kurz überlegen, was mein Gegenüber für Bedürfnisse in Konflikten hat, diese muss ich befriedigen und Konfliktmanagement wird zum Kinderspiel. Das funktioniert natürlich nur, wenn ich es schaffe, mein Gegenüber WERTFREI zu betrachten und das, was mich nerv nicht als zwangsläufig böse gemeint einzuordnen. Genau dazu habe ich mal einen Blog geschrieben. Es ging um Gewaltfreie Kommunikation und innere Haltung, damals, als mir die Giraffe in den Sekt gespuckt hat (verrückte Geschichte!). Den Link zum Blog findet ihr hier falls ihr nochmal nachlesen möchtet.

Kleine Checkliste für alle Fälle

Damit ihr etwas habt, worauf ihr in einer Akutsituation aufbauen könnt, hier in aller Kürze die Bedürfnisse unserer vier Typen in Konflikten:

Der Nähe-Typ braucht in Konflikten unbedingt das Gefühl, dass es um die Sache und auf keinen Fall um ihn als Person geht. Er benötigt das Gefühl, gemocht und geschätzt zu werden und Vertrauen baut er nur auf, wenn ihm zum einen zugehört wird und sich zum anderen auch sein Gegenüber emotional öffnet. Zur Einleitung kann hier ein wenig Smalltalk Wunder wirken. -Etwas, das der Distanz-Typ so gar nicht mag.

Der Distanz-Typ kann Kritik nur akzeptieren, wenn diese sachlich vorgetragen wird. Er mag klare Aussagen und hasst es, wenn um den heißen Brei herumgeredet wird. Was er übrigens noch mehr hasst, ist wenn man versucht, seine Gefühle und Bedürfnisse zu ergründen. Außerdem braucht er etwas Zeit, um die Situation für sich und mit sich zu klären, weshalb man ihm nach dem Konflikt erstmal in Ruhe lassen sollte. Der Nähe-Typ freut sich im Gegensatz zum Distanz-Typ nach einem Konfliktgespräch wahrscheinlich über einen gemeinsamen Kaffee!

Dauer-Typen brauchen Struktur. Vom Hundertstel ins Tausendstel zu kommen, hilft beim Dauer-Typ nicht weiter. Viel mehr braucht er Zahlen, Daten, Fakten, konkrete Beispiele und eine konkrete Übereinkunft, die von beiden Seiten eingehalten wird, gerne auch schriftlich.

Der Wechsel-Typ braucht vor allem zwei Dinge: Verständnis, bzw. Toleranz für seine Emotionen und Freiraum. Er möchte nicht festgenagelt werden und er möchte nicht dafür verdammt werden, wenn er in der Situation Gefühle zeigt. Außerdem ist es ihm wichtig, offen und flexibel auch nach kreativen Lösungsansätzen suchen zu dürfen. Wenn ihr in ein Konflikt- oder Feedbackgespräch mit einem Wechsel-Typ geht, seid großzügig, er meint es nicht so!

Wir sind doch nicht bei “wünsch-dir-was”!

Klar darf die Frage erlaubt sein, warum ich mich auf mein Gegenüber einstellen sollte. Und natürlich kann mich nichts und niemand dazu zwingen, noch nicht einmal im Business. Das schöne ist, dass ich jederzeit selbst entscheiden kann, ob ich eine bestimmte Situation oder einen Konflikt durch ein Gespräch oder Feedback lösen möchte oder nicht. In Hinblick auf das Businessumfeld gebe ich gerne zu bedenken, dass ein funktionierendes Team meine vielleicht wertvollste Ressource darstellt. Um des Erfolgs Willen sollte ich alles tun, was notwendig ist, um dieses Team in einem guten Performance Bereich zu halten. Mit einem schwelenden Konflikt ist das unmöglich. Und ganz ehrlich, wenn ich in einer solchen Situation immer darauf warte, dass der andere den ersten Schritt auf mich zu macht, mache ich mich erstens selbst zu einem armen, passiven Opfer (wer will das schon) und zum anderen kann es durchaus sein, dass dieser andere, der so viele meiner Ressourcen bindet, weil er mich echt wütend macht, noch gar nicht weiß, dass er einen Konflikt mit mir hat, weil er alles so macht wie immer und sich nichts Böses dabei denkt.

Im Prinzip ist es auch gar nicht schwer, ein erfolgreiches Gespräch zu suchen, noch eh der Konflikt eskaliert. Mit der entsprechenden inneren Haltung wird es mit der Zeit sogar immer leichter! Ich habe für mich festgestellt, dass es mir sehr guttut, meinen Mitmenschen per se erstmal nur die besten und positivsten Motive zu unterstellen. Ich habe mich dazu entschieden, dass es absolut in Ordnung ist, wenn jemand nicht genauso tickt wie ich selbst. Es ist nicht besser oder schlechter, weil jeder Mensch Sonnen- und Schattenseiten mitbringt, die all gleichermaßen wertvoll und wichtig sind. Bringt mich eine Verhaltensweise auf die Palme, unterstelle ich meinem Gegenüber auch erstmal keine bösen Absichten. Vielleicht ist es ausgerechnet die totale Pedanterie meines Kollegen, die mich fast in den Wahnsinn treibt, mir aber auf meinem nächsten Flug das Leben rettet, weil ihm etwas auffällt, das ich total kreativ übersehen habe! Im Job geht es darum und zwar nur darum. Unterschiedlichkeit macht ein Team nun mal erfolgreicher. Nur wenn ich diese Unterschiedlichkeit akzeptiere und respektiere fühlen sich auch meine Kollegen anerkannt und sicher, sicher genug, um den Mund aufzumachen, wenn sie das Gefühl haben, dass etwas schiefläuft. Der Schlüssel zu High Performance im Team! Tja, und da sind wir wieder bei den Giraffen, mir selbst und meiner eigenen inneren Haltung!

Eure Constance

PS: Privat sind total unprofessionelle Streits übrigens voll OK, finde ich!

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Die Riemann-Thomann-Matrix

Und wo ordnet ihr euch ein?